Reisebericht Sri Lanka 2003


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Bilder von Sri Lanka

Nach einem Jahr der Entbehrung brachte uns Ingo am 29.10.03 zum Flughafen nach Frankfurt. Um 15.05 Uhr ging dann unser Flug in den Süden, nach Sri Lanka.

Negombo:

Am frühen Morgen kamen wir dann in der Nähe von Colombo an. Wir nahmen uns ein Taxi und ließen uns erst einmal in ein Guesthouse nach Negombo verschleppen. Radna, der Besitzer des Randiya Gästehaus, ist sehr geschäftstüchtig. Kurz nach unserer Ankunft legte er uns Bücher vor, in denen sich andere Touris verewigt hatten und die Reisen mit Radnas Organisation lobten. Eigentlich kam ein Fahrer für uns gar nicht in Frage, aber wir wollten es uns mal durch den Kopf gehen lassen. Nach einem kurzen Nickerchen gingen wir erst einmal zum Strand. Der war jetzt nicht besonders schön, aber wenn man nach einem langen Flug nicht mehr gerne länger im Auto sitzen möchte ist er genau richtig. Wir schauten uns die Fischerboote an und ließen uns von einem "Beachboy" anquatschen, der ganz nett und gar nicht so aufdringlich war. Zum Schwimmen war die Brandung leider zu stark. Gegen Mittag aßen wir dann unser erstes Curry, was aber eher ungewöhnlich war für Sri Lanka, denn es gab nur ein Schälchen für jeden. Sonst stehen einem meistens drei mit unterschiedlichen Zutaten zur Verfügung. War aber trotzdem sehr lecker! Nach dem Essen fing es dann so an zu regnen, dass an Besichtigen oder Erkunden der Landschaft nicht mehr zu denken war. Sich einen ganzen Tag auf dem Balkon zu beschäftigen, obwohl man todmüde ist, ist gar nicht so leicht. Ein einheimisches Hochzeitspaar lies noch im Garten des Guesthouses Fotos machen, nachdem es dann in Ihr Zimmer zur Hochzeitsnacht ging (Vorher gehen übrigens alle Hochzeitsgäste nacheinander in das Zimmer, begutachten es und lassen das Paar dann schließlich doch noch irgendwann alleine). Wir beschlossen einen Fahrer mit Auto für 6 Tage zu nehmen und handelten einen Preis von 250 Euro für 2 Personen, Transport inkl. Fahrer, Kilometer und Benzin, Unterkunft und Frühstück aus. Ich glaube das war ein ganz guter Preis, denn die meisten mit denen wir sprachen hatten ungefähr dasselbe bezahlt.

Am 31.10.03 kam uns Rexy, unser Fahrer um 10.00 Uhr abholen. Wir fuhren in einem Van erst einmal ein Stück an der Küste entlang, wo Rexy uns einiges zu erklären versuchte. Sein Englisch war leider nicht das Beste, aber meines auch nicht und so hatten wir wenigstens was gemeinsam.

Puttalam:

Unser erster Stopp war in Puttalam auf einem Fischmarkt. So wie es aussah waren wir dort die einzigen Touris und somit auch die Hauptattraktion. Viele begrüßten uns mit Handschlag und wollten wissen wie wir heißen. Der Fisch lag überall auf dem Boden und die Leute liefen Barfuss zwischen Fischen, Innereien, Blut und Dreck herum. Wir sahen unzählige Arten von Fischen u.a. Rochen. Schon hier konnte man sich ein gutes Bild über die generell sehr freundlichen Sri Lankaner machen. Dann ging es über eine sehr holprige Straße (Hauptstrasse) 70 km nach Anuradhapura. Schon am ersten Tag sahen wir mehr Tiere als in unserem letzten Urlaub in Thailand zusammen. Pfaue, Wasserbüffel, jede Menge Vogelarten und meine bis dato heiß geliebten Affen. Gegessen und genächtigt haben wir im Samanda, an einem künstlich angelegten See. Das ist ein Familienbetrieb mit sehr netten Leuten. Am Abend genehmigten wir uns unser erstes Bier und einen Arrak. Man kann sagen beides schmeckt nicht schlecht. Es gibt einige vor hunderten von Jahren künstlich angelegte Seen im Land, die zur Bewässerung dienen sollten.

Anuradhapura:

Früh am Morgen ging es dann los zur Besichtigung von Anuradhapura. Dort gibt es so viele Dagobas, das man sich den Rest vom Urlaub fast keine mehr anschauen will. Außerdem sahen wir noch einen Bodibaum, ein heiliger von Indien eingeführter Baum, unter dem sich viele Menschen zum beten einfinden. Buddha wurde unter einem solchen Baum angeblich erleuchtet und seit dem ist diese Baumart heilig. Auf dem Fußweg dorthin gibt es einige hungrige Affen und so doof wie ich bin ließ ich mir von einem Mann Erdnüsse in die Hand drücken. Ich konnte gar nicht so schnell gucken schon war ich von Affen umzingelt. Einer hielt sogar mein Bein umklammert und ließ erst dann los als ich eindeutig keine Nüsse mehr hatte. Ein Andenken hatten sie mir dann auch verpasst, eine Kratzspur auf meinem rechten Unterarm. War dann doch froh dass mich keiner gebissen hat. Wir schauten uns dann noch ein Bad der Mönche aus vergangener Zeit an, was uns sehr gut gefallen hat. Nachmittags fuhren wir nach Mihintale.

Mihintale:

Erst musste man ein Stück bergauf wandern, aber das lohnt sich wirklich. Oben angekommen, muss man - wie fast überall - seine Schuhe ausziehen. Von dort kann man noch mal auf drei Anhöhen. Auf der einen steht ein Buddha, auf der anderen eine Dagoba und die letzte ist ein superschöner Felsen der so unwirklich aussieht als ob er aus Plastik wäre. Wenn man diesen besteigt sollte man schon schwindelfrei sein. Man hangelt sich an einem Geländer auf den in Stein gehauenen Stufen entlang nach oben. Auf der anderen Seite ist dann kein Geländer, so dass es für einen Entgegenkommenden (oder einen selber) kurzzeitig freihändig weitergehen muss. Als wir uns wieder auf den Weg nach unten machten, kam uns leider eine ganze Schulklasse entgegen. Schwer aufregend, aber auch sehr lustig. Den Abend verbrachten wir wieder im Guesthouse, so wie auch ein weiteres Hochzeitspaar welches Ihre Hochzeitsnacht hier verbrachte (im gegenüberliegenden Zimmer!).
Auch wenn es viele "Städte" gibt, kann man als Tourist dort abends nicht soviel anfangen. Meistens bestehen die Städte sowieso nur aus einer Straße.

Aukana und Ritigale:

Am 2.11.03 ging es gegen 9.00 Uhr am Kalawewa Wassertank (See) vorbei zum Aukana Buddha. Dort war ein Fest und somit sehr viele Dorfbewohner auf den Beinen. Viele Kinder wollten an uns Ihre Englischkenntnisse testen und stellten uns tausend Fragen z.B. "What is your favorite hobby?". Das war sehr amüsant, aber was von mir lernen konnten sie nicht. Der Aukana Buddha ist 12,50 m hoch und sehr genau gearbeitet. Mann kann die Falten seines Gewandes deutlich erkennen. Weiter ging es über eine Sandpiste (für die man fast einen Geländewagen braucht) mitten durch den Dschungel nach Ritigale zu einem Kloster. Wir liefen erst einmal lange Bergauf zusammen mit einer Schulklasse pubertierender Kinder, die ziemlich nervig waren. Vorbei an unscheinbaren Ruinen bei einer super Hitze immer weiter nach oben. Rexy sagte noch was von einer viertel Stunde Fußmarsch, die wir aber schon lange überschritten hatten. Auf einem Plateau überholten wir die Schulklasse inkl. Lehrerinnen die auch etwas ratlos schauten. Wir fragten mal nach und ein paar freche Jungs zeigten weiter bergauf. Irgendwie konnten wir dann klären dass die Ruine das ehemalige Kloster war. Erschöpft kamen wir wieder beim Auto an und fuhren durch das Minneriya Gritale Naturschutzgebiet zu unserer Unterkunft am Parekama Samudra Lake. Im Guesthouse &qout;The Village" lernten wir direkt Christiane aus Oldenburg kennen. Die Zimmer waren sehr sauber, aber uns viel direkt die enorme Anzahl von Moskitos auf. Eine Minute ruhig sitzen ohne Mückenschutz reicht schon für ein paar Stiche. Wir gingen noch ein bisschen am See entlang und schauten den Leuten zu wie sie mit der ganzen Familie erst die Autos wuschen, die halb im See parkten und dann selbst baden gingen. Danach wurde die Wäsche gewaschen. Abends haben wir dann mit Christiane Curry gegessen. Es war zwar sehr teuer (350 Rup.), aber man bekommt zu dritt auch 21 verschiedene Currys die wirklich allesamt super lecker waren. Das war ein sehr lustiger Abend. Am nächsten Morgen ging es dann nach Polunaruwa.

Polunaruwa und Sigiria:

Zuerst in ein Museum und obwohl wir eher nicht so auf Museen stehen war dieses wirklich sehr interessant. Dann ging es weiter zu unseren heiß geliebten Ruinen. Wir sahen alte Hindu Tempel, Kaiserpalast, Lotusbad und vieles, vieles mehr. Gegen 14.00 Uhr waren wir schon wieder zurück und entspannten uns in einer lustigen Runde bis um 24.00 Uhr zusammen mit Christiane, Kai und Sandra.
Am 4.11.03 besichtigten wir den Sigiria Felsen. Aus dem Auto sahen wir noch einen frei lebenden Elefanten nahe der Straße und das war ein tolles Gefühl. Zuerst fängt der Aufstieg noch ganz gemächlich an, aber dann....! Man kommt an der Spiegelwand vorbei, die vor langer Zeit mit allen möglichen Sachen eingerieben wurde z.B. mit Honig und Eiern. Als wir so direkt vor dieser Wand standen fanden wir sie gar nicht so toll, aber nachmittags vom Dambulla Felsenkloster aus konnte man trotz Regen sehr gut erkennen weshalb sie Spiegelwand heißt. An der Spiegelwand weiter nach oben kommt man auf ein Plateau, von wo aus es - an imposanten steinernen Löwenpranken vorbei - einen Weg entlang am Felsen zum Königspalast geht, bzw. was davon noch übrig ist. Dieser letzte Teil des Aufstiegs ist nichts für Leute mit Höhenangst, da man nur auf Stahl geht und keinen festen Boden unter den Füßen hat. Allerdings wenn man erst einmal oben ist wird man auch mit einem super Ausblick belohnt. Auf dem Weg vom Plateau nach unten kommt man noch an einer Wendeltreppe vorbei durch die man zu den sog. Wolkenmädchen kommt. Das sind sehr interessante alte Wandmalereien. So und wer dann noch nicht k.o. ist der marschiert nach unten und fährt noch zum oben genanten Felsenkloster.

Dambulla und Aluviharain:

Wieder einmal muss man einige Treppenstufen hinter sich lassen, aber über den ganzen Weg wird man von Affen begleitet und so wird es einem auch nicht langweilig. Oben angekommen gibt es in 5 Höhlen jede Menge Buddhas zu sehen, die Daniel dann auch fleißig (fast) alle fotografierte. Dann sind wir zum relaxen und zum schlafen ins Grand Tourist-Resort gefahren worden. Abends gab es dann ein super leckeres Essen, mal wieder "devilled fish und beef". Während des Essens fielen uns die unzähligen Fliegen auf die um die Lampen flogen und auf den Tischdecken saßen. Nach dem Essen ging es dann ins Bett. In der Nacht hörten wir ein Geräusch was wir einer dicken Motte zuordneten die ständig gegen unser Moskitonetz flog. Am Morgen krabbelte ich aus dem Moskitonetz und erkannte im noch fast dunklen Zimmer was Undefinierbares auf dem ganzen Fußboden. Ich hüpfte zurück ins Bett und überließ es Daniel das Licht anzumachen. Mutig ging er zum Lichtschalter und wir trauten unseren Augen kaum! Das ganze Zimmer war voll Eintagsfliegen die ihre Flügel abwarfen. Ich blieb dann erst einmal im Bett bis Daniel einen Besen organisierte und anfing die Fliegen nach draußen zu kehren. Toller Mann! Aber die Fliegen waren nicht nur in unserem Zimmer, sondern auch draußen überall. Rexy erzählte uns dass das 2-3-mal im Jahr vorkam. Ziemlich eklig. Mit etwas Verspätung ging es dann zum Nalanda Gedige eine Kombination von buddhistischer und hinduistischer Kultur und zum Felsenkloster Aluviharain der Nähe von Matale. Dort wurde uns von einem alten Mann gezeigt wie man Palmmanuskripte herstellt. Außerdem besuchten wir noch einen der unzähligen Spicegarden die die Straße säumen. Es wurden uns tausend verschiedene Gewürze und Früchte gezeigt, erklärt wofür sie gut sind und wie sie wachsen. Das war alles sehr interessant, dann kam es zu einer kleinen Demonstration mit verschiedenen Ingredienzien. Wir wurden massiert und Daniel bekam an einer kleinen Stelle die Haare am Bein entfernt. Dann wurden wir zu einem Verkaufsraum geführt und da wir nur ein bisschen Kakao kauften(viel zu teuer und wer soll das alles schleppen) waren die Leute nicht sehr froh mit uns.
Die Fahrer bekommen wohl hier Provision, aber wir hatten von dieser Veranstaltung schon vorher gelesen und es uns einfach mal spaßeshalber angeschaut. Weiter ging es dann nach Kandy.

Kandy und Hunas Falls:

Unser Guesthouse das Blinkbonnie lag am Berg und so hatten wir eine schönen Ausblick auf die Stadt. Abends ging es dann zu den Kandytänzern, die durch ihre Akrobatik und Kostüme sehr bekannt sind. Hinterher zeigten sich noch Männer die über glühende Kohlen liefen und sich eine Fackel über die Haut hielten. Dies ist touristisch schon sehr gut besucht, hat uns aber trotzdem gefallen. Danach haben wir im Gästehaus wieder mit Sandra und Kai ein Bierchen getrunken. In der Nacht kamen dann wieder die Fliegen und wir mussten erst einmal die Löcher nach außen stopfen. Dazu dienten uns Teppiche und jede Menge Handtücher. Als wir uns dann endlich im Bett befanden fingen die Hunde an zu bellen und hörten solange es dunkel war auch nicht mehr auf. What a night !!!
6.11.03 Unser letzter Tag mit Rexy. Nach dem Frühstück ging es in das Elefantenorphanage (Waisenhaus). Wir schauten gemeinsam mit hundert anderen Touristen den Elefanten beim baden zu. Aber auch wenn das Orphanage so gut besucht ist bzw. zum Glück ist es so gut besucht, denn nur so können die Elefanten versorgt werden, ist es eine tolle Erfahrung so nahe bei diesen Riesen zu stehen. Wir wollten gar nicht mehr weg und ich drängte Daniel Tausende von Fotos zu machen. Aber irgendwann mussten dann auch die Elefanten wieder gehen und somit wir dann auch. Rexy fuhr uns dann noch zurück nach Kandy und ließ uns im strömenden Regen im Botanischen Garten raus. Er hatte zwar schon zwei Tage vorher versucht seine Dienste noch weitere Tage anzubieten, war aber nicht groß beleidigt als wir dankend ablehnten, um auf eigene Faust unseren restlichen Urlaub zu verbringen. Nach unserer Verabschiedung schlenderten wir erst einmal mit unserem XL-Schirm, den wir kurz vorher erworben hatten, durch den Park. Alle frisch verliebten Einwohner Kandys taten es uns gleich. Aber wirklich unter jedem zweiten Baum stand ein Pärchen zu flirten. Bei dem Wetter wäre ich zuhause nicht vor die Tür gegangen. Mit dem Tuk-Tuk ging es dann in die Stadt. Erst sind wir etwas durch die Gassen geschlendert und dann das Heiligtum Sri Lankas besichtigt, den Zahntempel. Angeblich befindet sich dort ein Backenzahn Buddhas. Zu Abend gegessen haben wir im Devon, was nicht ganz so gut war. Am nächsten Tag haben wir erst einmal länger geschlafen, unsere Karten zur Post gebracht und uns um den Zug für den nächsten Tag bemüht. Leider vergebens, denn die Karten bekommt man erst 1-2 Stunden vorher. Kurz entschlossen nahmen wir uns dann ein Taxi zu den Hunas Falls. Nach circa einer Stunde Fahrt durch eine sehr schöne Landschaft u.a. Teeplantagen kamen wir zu den Wasserfällen. Ein Mann sagte zu uns wir sollen sehr vorsichtig sein, denn die Steine wären sehr rutschig und es gäbe kleine Tiere!!! Ich hatte sofort Blutegel in Verdacht und wir mussten auch nicht lange suchen, denn an meinem Zeh hing als bald auch schon einer. Zum Glück hatte er sich noch nicht fest gesaugt. Daniel befreite mich von dem Blutsauger und gab mir seine Socken. Denn ich hatte nur meine Sandalen an und er trug geschlossene Schuhe, außerdem steckte ich noch meine Jeans in die Socken. Das sollte reichen. Nach kurzer Zeit kehrte ich um, denn es war zwar sehr schön aber super rutschig und nicht ganz ungefährlich, zumal ich mehr nach den Blutegel schaute als auf den Weg. Daniel kam auch bald und der Taxifahrer wollte uns noch das Hotel auf dem Berg zeigen in dem sein Bruder arbeitet. Von dort hat man eine schöne Aussicht und das wissen auch die Hochzeitspärchen die dort häufig ihre Flitterwochen bzw. Flittertage verbringen. Auf dem Weg mit dem Auto nach oben fühlte ich an mein Bein weil es sich so nass anfühlte und da sah ich einen riesigen Blutfleck auf meiner Jeans. Schreiend und voller Panik sprang ich aus dem Auto, der Fahrer hat jetzt noch einen Schock. Ich wollte meine Jeans ausziehen, aber nirgends konnte ich mich verstecken, denn wir hielten blöderweise an einer Teefabrik. Ich quetschte mich in eine rußgeschwärzte Ecke und machte mir sogar noch Gedanken um meine Hose, als Daniel mir als Schutzschild zu Hilfe eilte. Es fuhr noch ein LKW mit Arbeitern vorbei denen unser Taxifahrer was zurief als ich gerade ohne Hose dastand. Dieses Vieh war nicht mehr aufzufinden, wahrscheinlich ist es rausgefallen als ich aus dem Auto sprang, aber geblutet hat es noch als wir wieder im Guesthouse waren. Widerlich. Später sind wir dann noch in die Stadt und haben uns Flip-Flops zum duschen gekauft. Denn durch das ständige nass und wieder trocken werden stinken unsere Trekking-Sandalen ganz schön. Wir haben dann noch im Pub gesessen, was gegessen und ein - zwei Bierchen getrunken und dann ging es früh ins Bett.

Nura Eliya und Hortan Plains:

Am 8.11 ging es dann früh morgens mit dem Zug nach Nura Eliya. Allein die Anreise lohnt sich. Es gibt hier noch sog. Aussichtszüge mit großen Fenstern, aber die Fahrt in der zweiten Klasse machte schon sehr viel Spaß. In Sri Lanka werden freigewordene Sitzplätze schon von weitem mit Taschen, Tüchern oder Tüten reserviert, die einfach auf den Sitz geworfen werden. So kann es passieren, dass man direkt neben einem freiwerdenden Sitz steht, aber innerhalb einer Sekunde der Sitz von einer weit weg stehenden Person reserviert wird. Daniel hat das anfangs nicht gewusst und fragte eine etwas erstauntes Mädchen, ob die Tüte Ihr gehöre und gab sie ihr dann höflich als Sie dies bejahte ;-)
Wir bezogen im Rising Lion Quartier, in eins der schönsten Zimmer mit Blick über den Ort. War nicht ganz billig, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Das Zimmer war mit Kamin ausgestattet und es hingen Geweihe an den Wänden, halt wirklich wie im kolonialen England. Kurz nach unserer Ankunft fuhren wir in eine Teefabrik. Dort wurde uns die Verarbeitung von Tee erklärt und die Unterschiede die durch unterschiedliche Verarbeitungsarten entstehen. Am Nachmittag haben wir dann das gemacht was jeder Touri in Nura Eliya macht, nämlich shoppen.....! Da sich hier einige Fabriken der Kleiderindustrie befinden, kann man dort günstig Fleece, Jacken, Hosen usw. erwerben. Wir kauften uns jeweils eine Regenjacke mit abnehmbaren Innenfleece und dann hatten wir leider kein Geld mehr, oder vielmehr zum Glück. Sonst hätten wir wohl ohne Ende weiter geshoppt. Abends haben wir Lisa und Fabrizio kennen gelernt und erfahren dass die beiden sich an unsere gebuchte Tour zu den Hortan Plains gehangen haben. Aber das war uns sehr recht, denn so wurde es für uns auch etwas günstiger.
Die Nacht war nicht so toll, denn das Bett war ganz schön klamm und wurde somit nicht richtig warm. Der Kamin war auch nicht an, aber wie wir von Fabrizio und Lisa am nächsten morgen erfahren haben ist ihrer sowieso direkt wieder ausgegangen (Die beiden hatten ihn sich gegen ein Entgelt anmachen lassen). Um 6.00 Uhr wurden wir abgeholt und dann ging es eine lange Zeit nur bergauf. Angekommen mussten wir erst einmal den stolzen Preis von 16 Euro zahlen und dann ging es über Stock und Stein einem Rundweg entlang. Wir mussten über einen Bach springen und durch jede Menge Pfützen waten bis wir dann die Bakerfalls erreichten. Logischerweise sind wir dann auch dort noch runter geklettert, was mir schon wieder Adrenalin genug war. Es hatte sich aber gelohnt. Weiter ging es dem Pfad entlang bis zum Worlds End. Das ist eine Steilwand die ca. 800 m in die Tiefe fällt (Lonely Planet). Und wer hätte das gedacht, wir hatten sogar gutes Wetter und konnten relativ weit sehen. Wir ließen uns dann erst einmal nieder und machte Picknick, genossen die Aussicht, schauten dem Nebel zu wie er über die Kanten floss und Daniel verknipste seine halbe Speicherkarte. Gestärkt ging es dann zum Little Worlds End, dass war zwar dann auch sehr schön aber im Vergleich zu vorher weniger beeindruckend, was der Name ja auch schon vermuten lässt. Nach einem langen Marsch waren wir dann doch froh wieder am Eingang zu sein. Mittlerweile war auch richtig was los. Viele Einheimische fuhren in Bussen, singend oder mit lauter Musik den Berg hinauf um eine Sonntagswanderung zu machen. Sie haben natürlich einen ganz anderen Eintrittspreis zu zahlen, aber daran muss man sich hier gewöhnen. Mit dem Minibus ging es noch mal kurz ins Gästehaus um zu duschen und unsere Sachen zu packen und dann wurden wir wieder zum Bahnhof gefahren. Man sagte uns schon dass der Zug nie pünktlich ist, da er einen beschwerlichen Weg hinter sich bringen muss. Aber so lange hätte selbst die Deutsche Bahn nicht gebraucht (2 Stunden).

Ella:

Wir sind dann müde im Guesthouse "Lizzy Villa" in Ella angekommen, dass von allen so gelobt wurde. Wir fanden es dort nicht so toll. Wir hatten Kakerlaken im Zimmer und unser Moskitonetz war voll Blut als wir es abends aufmachten, leider zu spät für eine Reklamation und so bauten wir nachts noch eine gewagte Konstruktion für unser eigenes Netz. Nach dem Essen gingen wir noch kurz ins Dorf, durch das man in zwei Minuten durchgelaufen ist und warteten dann noch im Lizzy auf Fabrizio und Lisa um ein bisschen zu quatschen. Als wir am Tisch saßen bewegte sich auf einmal was zwischen Daniels Armen und man glaubt es kaum, es war ein Blutegel. Ich hab dann gleich wieder die Panik bekommen und bin zur Ganzkörperkontrolle ins Zimmer geflüchtet. Und natürlich hatte er mich wieder angesaugt. Für mich stand dann fest das ich in Ella keine zwei Tage bleibe, sondern am nächsten Tag so früh wie möglich wieder abreisen wollte. Ein Mädchen am neben Tisch erzählte uns dann das ich nicht die einzige mit Bissspuren wäre und sie nur noch mit langer Hose und langen Socken über dieser gehen würde und das sah ziemlich lustig aus. Am nächsten morgen gingen wir nach einer unruhigen Nacht und einem noch schlechteren Frühstück an Teeplantagen vorbei zum sog. Little Adams Peak. Eine schöne Gegend ist das wirklich. Mittags sind wir dann in den Bus gestiegen und ans Meer gefahren. Immer wieder fasziniert hat uns, dass man in einer recht kurzen Zeit in einem völlig anderen klimatischen Umfeld ist. In Ella gibt es z.B. Nadelbäume, Hortan Plains sieht eher aus wie Schottland und nun waren wir wieder in den Tropen.

Tangalla:

Unser erstes Ziel war Tangalla, wo wir uns im King Fischer niederließen. Wir hatten ein schönes Zimmer mit Meerblick und Gemeinschaftsbad, alles super sauber. Wir sind dann erst einmal am Strand spazieren gegangen, Daniel hat wie ein Wilder Muscheln gesammelt und sich todesmutig in die Brandung gestürzt. Haben uns den Sonnenuntergang angesehen und sind dann ins Hotel zum Essen. Wir waren mit noch einem deutschen die einzigen Gäste und so wurden wir sehr nett bedient.
Am Morgen des 11.11.04 haben wir lange gefrühstückt, gelesen und gefaulenzt. Am Mittag heuerten wir ein Tuk-Tuk an das uns zum sog. Blow-Hole fuhr. Davon soll es nur 6 auf der Welt geben. Nachdem wir einem dicken Mann, dessen Grundstück man wohl durchquert, Bares gegeben hatten konnten wir uns die Wasserfontäne die durch die Brandung ausgelöst wird anschauen. Da die Fontäne manchmal etwas länger auf sich warten ließ, war Daniel die ganze Zeit in Fotobereitschaft. Abends gingen wir ins Maheshika essen. Das ist ein kleines Restaurant am Meer, wo man sämtliche Meeresbewohner frisch zubereitet verzehren kann. Auf jedem Tisch steht eine Petroleumlampe und das macht das ganze Essen zu einer super romantischen Sache. Wir hatten uns für das Thunfischsteak entschieden und das war sehr lecker aber viel zu viel. Am darauf folgenden Tag haben wir der Bank und dem Internetcafe einen Besuch abgestattet und sind dann mit dem AC Bus weiter nach Mirissa.

Mirissa, Unawatuna und Galle:

Lovely Mirissa. Daniel machte sich in strömenden Regen auf Zimmersuche, während ich mir einen dicken Waran aus nächster Nähe anschauen konnte. Im Mirissa Beach Inn bekamen wir dann ein schönes Zimmer mit Meerblick, inkl. dicker Spinne die Daniel todesmutig überwältigte und dabei fast noch seinen Zehnagel ließ. Abends waren wir dann im Seafresh essen. Dort gibt es die besten Garnelen die wir je gegessen haben. Das super schöne Restaurant direkt am Meer ist eigentlich der Treffpunkt in Mirissa, denn viele andere Möglichkeiten hat man auch nicht. Am nächsten Tag wurde nur gefaulenzt und gegessen.
Am 15.11. ging es dann mit dem Tuk-Tuk nach Unawatuna ins Sea View, 1200 Rupien mit Frühstück!! Wir sind dann direkt mit dem Bus nach Galle gefahren und Geld zu holen, aber leider waren alle Banken geschlossen und somit hatten wir auch kein Geld zum shoppen. Das war aber dann auch halb so schlimm, denn es gab sowieso nichts Schönes. Wir haben uns dann das Fort angeschaut und uns eine Pizza gegönnt, da wir Curry genug hatten. Danach sind wir noch über einen Markt geschlendert (ha, ha). Trotzdem waren wir froh nach dem langen Faulenzen mal wieder was Sinnvolles gemacht zu haben, bzw. versucht zu haben. Gegessen haben wir im Pink Elephant und waren doch tatsächlich erst um 10.30 im Bett. Unsere Pläne wurden ganz schnell zunichte gemacht als wir am nächsten Morgen aufstanden. Eigentlich wollten wir Schnorcheln gehen, aber es goss in strömen. Daniel hat dann erst einmal Geld in Galle gewechselt. Später haben wir mit einem Pärchen ein Buch getauscht und sind dann ins Internet. Abends haben wir dann in Sunils Garden gegessen, war lecker.
Am nächsten Tag versuchte Daniel dann noch mal sein Glück mit dem Schnorcheln, ansonsten versuchten wir noch den Jungle Beach zu finden, leider ohne Erfolg. Ich hab mir dann noch ein Tuch gekauft für 500 Rps., was ich bis heute noch nicht benutzt habe. Gegessen haben wir im Happy Banana, wo Daniel eine Kinderportion bekam.

Dodanduwa:

Am 18.11. ging es dann mit dem Tuk-Tuk nach Galle und mit der Hilfe von einem netten jungen Mann in den richtigen Bus nach Dodanduwa. Der Busfahrer schien ziemlich nervös zu sein, da wir ihn baten uns in Dodanduwa raus zu lassen (wo wussten wir ja noch nicht), was wahrscheinlich eher selten ist, denn die meisten fahren wohl nach Hikaduwa. Da sich der Ort sehr lange an der Strasse hinzieht, sollte man möglichst auf der linken Busseite sitzen, um ggf. schon mal das angepeilte Guesthouse-Schild zu sehen und dem Busfahrer dann Bescheid geben. Angekommen nahmen wir uns ein Tuk-Tuk zu unserem ins Auge genommenen Guesthouse, was uns dann prompt nach Hikaduwa kutschierte. Bis wir dem Fahrer klar machen konnten dass wir in Dodanduwa in ein Haus wollten, waren wir schon fast wieder aus Hikaduwa raus. Schließlich kamen wir dann doch noch im Beach Side Inn unter. Der Strand dort ist super breit, aber leider auch ziemlich dreckig. Und auch dort sind die Wellen sehr hoch und machen das Schwimmen fast unmöglich. Die hohen Wellen sind wiederum super für die Wellenreiter, die sich in Scharen in Hikaduwa ansammeln. Abends sind wir dann zu Fuß in den Nachbarort und schauten uns das Spektakel an. Auf dem Weg dorthin konnten wir sehen wie romantisch die Einheimischen sind. Obwohl sie jeden Tag das Meer vor der Nase haben treffen sie sich am Strand um sich den Sonnenuntergang anzusehen. In Hikaduwa kaufte ich noch zwei Taschen und dinierten im Moon Beam, was eine schöne Atmosphäre hat und wo das Essen klasse war. Das war unser letztes "Devilled" auf Sri Lanka was zu unserer "Landeslieblingsspeise&qout; wurde. Zurück nahmen wir wieder ein Tuk-Tuk, die man in Hikaduwa überall findet. Am nächsten Tag schlief Daniel etwas länger und ich legte mich mit meinem Buch an den Strand. Die Ruhe währte nicht lange und dann kam auch schon ein kleiner Welpe der sich auf meinem Handtuch breit machte. Als ich mich dann bewegte wollte er wohl spielen und fing an zu knappen. Irgendwann wusste ich dann keinen Ausweg mehr und rettete ich mich ins Meer. Der Kleine, nicht dumm, schnappte sich meinen Rock und lief damit kopfschüttelt über den Strand. Ich wieder raus und dem Hund hinterher. Als ich den Rock wieder hatte bin ich dann zu Daniel ins Zimmer geflüchtet. Man kann mich keine Minute allein lassen ;-). Die Kratzer sind ja nicht so schlimm, aber ich machte mir dann schon ein paar Gedanken über Tollwut. Nach dem Frühstück und trotzdem noch grummelnden Bauch ging es dann mit dem AC Bus nach Colombo.
Auch hier muss man sich daran gewöhnen den Touri-Preis zu zahlen (inzwischen haben sie sogar schon vorgefertigte Fahrkarten mit festen - für dieses Land hoffnungslos überteuerten - Preisen. Auch mussten wir den kompletten Weg den der Bus fährt bezahlen, obwohl wir in der Mitte der Strecke eingestiegen sind. Den dritten Aufschlag bezahlt man dann für einen zusätzlichen Sitzplatz, wo die Rucksäcke hinkommen, da sonst im Bus auch kein Platz für großes Gepäck vorhanden ist. Na ja, wir kamen uns schon ziemlich verar***t vor, aber es waren für Deutschland immer noch günstige Beträge und diskutieren half auch nichts.

Colombo:

In Colombo haben wir ein Zimmer im YWCA bekommen, Daniel wurde quasi durch mich geduldet, da es ja eigentlich eine Frauenunterkunft ist. Der Tuk-Tuk-Fahrer der uns im strömenden Regen auflas, haute uns dann noch ganz schön übers Ohr. Da wir nicht wussten wo der Busfahrer uns rausgelassen hatte und wir befürchteten dass unser ganzer Rucksack nass werden würde, stiegen wir schnell ein. Der gute Mann fuhr dann ganze 200 Meter und verlangte dann wahrscheinlich soviel dass er für den Tag Feierabend hatte. An dem Tag fuhren wir noch kurz im Regen in die Stadt, was echt doof war. Wir sind eindeutig zu groß um mit einem Schirm durch Colombo zu gehen, da überall mit Planen kleine Dächer über die Ständer gebaut wurden. Zurück im Zimmer spielten wir noch etwas und gingen dann in unser viel zu teueres, im Stil der 70er eingerichtetes Dreibettzimmer (weil kein Doppelzimmer frei war) schlafen. In der Nacht besuchte uns dann noch eine recht große Kakerlake die ich erfolgreich zur Strecke brachte. Nach dem Frühstück ging es zur Stadtbesichtigung und zum Souvenirkauf. Beides war nicht besonders toll. Wir kauften dann im Laksala Shop ein und fuhren dann noch zu einem Kaufhaus in dem Daniel noch CDs und Tee kaufte. Mit unseren letzten Rupien gingen wir Thailändisch essen. Das Restaurant war sehr fein und wir wahrscheinlich - da nicht so recht angemessen gekleidet - nicht so gerne gesehen. Auf jeden Fall stellte das Essen eine richtige Herausforderung dar. So scharf haben wir in unserem ganzen Leben noch nicht gegessen. Ich dachte in der Nacht mein Magen bricht mir durch. Wir haben in dieser Nacht bis dass das Flughafentaxi uns abholen kam kein Auge zugemacht und die Hälfte der Nacht auf dem Klo verbracht. Daraus haben wir gelernt dass man solche Experimente nicht einen Tag vor dem Abflug machen soll und lieber bei dem alt bewährten bleiben sollte. Der Nonstop Nachhauseflug mit Sri Lankan-Air ging ohne weitere Probleme von statten und nun heißt es wieder warten bis zum nächsten Urlaub... Sri Lanka hat uns sehr gut gefallen. Dort kann man unterschiedliche Gegenden innerhalb kürzester Zeit genießen. Man kann ans Meer, in die Berge zu den Teeplantagen oder noch höher wo es aussieht als ob man in Schottland wäre. Man fühlt sich mal wie in England, dann wiederum als ob man in Indien wäre und dann gibt es noch Gebiete da sieht es aus wie in Portugal. Die Menschen dort sind sehr freundlich und hilfsbereit und das Essen ist wirklich lecker. Wir können sagen dass es einer unserer schönsten Reisen war. Besonders schön und interessant ist das kulturelle Dreieck, was man auch gut alleine bereisen kann, aber mit einem Fahrer doch wesentlich schneller, komfortabler und nicht unbedingt viel teurer ist. Das Hochland mit seinen Teeplantagen ist eine Natur wie wir sie noch nicht gesehen haben. Am Strand hat es uns in Mirissa am besten gefallen, weil es dort noch nicht so voll ist wie in Unawatuna oder Hikaduwa. Colombo fanden wir nicht besonders sehenswert, vielleicht lag das aber auch etwas am Wetter.